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Gartenmagazin 2015

chmetterlinge im BauchS Das Buch „Gärtnern ist mein Yoga, Gummistiefel meine Pumps“ ist aus der 10-jährigen Zusam- menarbeit der beiden Autoren Andrea Ball- schuh und Elmar Mai beim Service- magazin des ZDF „Volle Kanne“ entstan- den. Es beantwortet Fragen rund ums Gärtnern, die vor allem Anfänger stellen, geht aber hier und da auch in die Tiefe, denn nur verstandenes Wissen ist umsetzbar. Neben grund- sätzlichen Arbeiten, die unter Basics abgehandelt werden, erhält der Leser - nach Monaten rund ums Gartenjahr sor- tiert - Tipps, die aktuell anstehen. Dazu gibt es die monatlichen Sondertipps von Andrea mit allerlei netten Aspekten. Eine Tabel- le mit Blühpflanzen des jeweiligen Monats und ein umfangreiches Register runden das Buch ab. Elmar Mai Ein lauer Sommertag mit Schmetterlingen, die um Blumen tanzen, das ist der Inbegriff für eine intakte Umwelt. Fliegende Kleinodien werden sie auch liebevoll genannt. Und nicht von Unge- fähr kommt die Redensart, jemand habe Schmetterlinge im Bauch. Aber es ist unüber- sehbar, dass diese zarten Insekten immer selte- ner werden. Die Ursachen sind vielfältig. Klimawandel ist in der Diskussion. Die intensive und einseitige Nutzung der Landschaft und der Einsatz von Agrochemikalien jeglicher Art sind jedoch die Hauptursachen. Neuerdings kommt auch der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in die Diskussion. Kann man da als Gartenfreund etwas ändern? Die Antwort ist ein klares Ja und es gibt viele Möglichkeiten, etwas für Schmetterlinge zu tun. Die vielgepriesenen Brennnesseln stehen zu lassen, ist aber nicht die Lösung. Es stimmt zwar, dass viele unserer schönsten Tagfalter ihre Eier daran ablegen. Aber Feldbeobachtungen zeigen, dass Brennnesseln auf trockenem Ödland bevorzugt werden, weil es dort viel wärmer ist. Brennnesseln im Garten werden nur von ganz wenigen Arten angenommen. Es ist aber kein Fehler, sie trotzdem stehen zu lassen. Viel wichtiger sind andere Maßnahmen. Zum einen konsequenter Verzicht auf Biozide jegli- cher Art. Eine gute Alternative sind Insektenho- tels, in denen sich Nützlinge ansiedeln können und die Schädlingskontrolle auf ganz natürliche Art übernehmen. Davon profitieren außerdem die Nützlinge, denn sie leiden ebenfalls unter der sterilen Umwelt. Auch Vögel kommen bei einem gesteigerten Nahrungsangebot viel häufiger in die aufgehängten Kästen zum Brüten und bedanken sich für unsere Gastlichkeit mit der Eindämmung von Schadinsekten. Igelschutz ist ebenfalls eine giftfreie Alternative, denn Igel fressen neben Schnecken auch viele Raupen und Käfer. Raupen? Aber daraus werden doch unse- re Schmetterlinge! Stimmt. Doch viele Raupen in der Krautschicht gehören zu Nachtfaltern, die im Übermaß nennenswerte Schäden anrichten können. Viele gefährdete Schmetterlinge dage- gen legen im Garten gar keine Eier ab, weil sie als Nahrungsspezialisten heimische Wildpflan- zen benötigen, die in Gärten für gewöhnlich fehlen. Es sei denn, man hat eine Hecke aus heimischen Gehölzen gepflanzt. Das hilft wenig- stens einigen Arten. Spätestens jetzt lässt sich erkennen, wie verflochten die Beziehungen in der Natur sind und wie wichtig es ist, ihre Abläufe nicht zu stören und Vielfalt anzubieten. Viele unserer Schmetterlinge profitieren vor allem von einer üppigen Blütenpracht. Nur nützt es nichts, Stauden zu pflanzen, die beispielsweise nur im Juli blühen, weil die Falter den Rest des Frühjahrs und Som- mers darben würden. Also nur die Blütenfülle von Beginn bis zum Ende der Saison ist ein wirksamer Schmetterlingsschutz. Zwiebelpflanzen oder zweijährige Blumen wie Gold- lack oder Vergissmeinnicht liefern das erste Nahrungsangebot für überwinterte Falter, etwa den Zitronenfalter oder den kleinen Fuchs. Die Frühblüher werden ab­ gelöst von den verschie- denen Sommerblumen­ mischungen, von denen es frühe und späte Zusammenstellungen gibt, in vielen Wuchshö- hen und Wuchseigenschaften, bis hin zu Rank- pflanzen. Alle liefern ein reiches Nahrungsan- gebot. Was unser Auge dann im Herbst erfreut, etwa die leuchtend gelben Rudbecki- en, sind ganz nebenbei unentbehrliche Energie- lieferanten für überwinternde Schmetterlinge, die sich für die frostige Zeit noch einmal kräftig Reserven anfressen müssen. Es haben alle etwas davon. Aktiver Schmetterlingsschutz hat nämlich den schönen Nebeneffekt, dass sich unsere Gärten oder sogar Balkone oder Ter- rassen in dauerblühende Oasen verwandeln. Er steigert nicht nur unser Wohlbefinden, son- dern sichert auch die Zukunft der fliegenden Kleinodien. Da spürt man doch glatt wieder Schmetterlinge im Bauch. 292310 • Sommerblumenmischung 06 Frühling

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