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Gartenmagazin 2015

22 An dieser Stelle geben wir Ihnen gerne ein paar Tipps für eine erfolgreiche Aussaat. Wertvolle Ratschläge für die Anzucht von eigenem Gemüse oder der prächti- gen Blumendekoration rund um das Gartenjahr. Gerne beantworten wir die wichtigsten Fra- gen zur Aussaat und Anzucht: Welche Aussaaterde ist am besten geeignet? Verwenden Sie bei der Vorkultur grundsätzlich fri- sche Aussaaterde, die auch als solche gekennzeich- net ist, denn diese ist nicht gedüngt und keimfrei. Saubere Aussaatgefäße sollten auf jeden Fall einen Abzug für das Wasser haben, um Staunässe zu ver- meiden. Was ist Staunässe? In wasserdichten Pflanzbehältnissen sammelt sich überschüssiges Wasser in der Erde um den Wurzel- bereich und lässt die Pflanzen somit verfaulen. Oft schlägt die sogenannte „Umfallkrankheit“ zu. Sämlin- ge verpilzen so schon im Frühstadium und auch Topfblumen oder Pflanzen in anderen wasserdichten Behältnissen können bei übermäßigem Gießen von Staunässe betroffen sein. Wie kann Staunässe vermieden werden? Befüllen Sie sämtliche Pflanzgefäße abhängig von der Größe, zuerst mit einer proportional dicken Schicht von Steinen, Kies und/oder Tonscherben als Dränage. Wie mache ich Saatgut griffiger? Oft ist das Saatgut so fein, dass es sich gleichmäßiger aussäen lässt, wenn man es vorher mit Sand mischt. Wann sollte ich Saatgut vorquellen? Bei hartschaligem Saatgut, wie zum Beispiel Edelwi- cken oder Lupinen, kann es ratsam sein, es vor der Aussaat über Nacht in Wasser einzuweichen. Es keimt dann leichter. Was sind Dunkel- oder Lichtkeimer? Lichtkeimer sind etwa Basilikum und Stevia, Petuni- en, Vanilleblume, Fleißiges Lieschen oder Lobelien. Sie werden nicht mit Erde bedeckt, sondern nur leicht angedrückt. Sie benötigen viel Licht zum kei- men! Dunkelkeimer werden dagegen vollständig mit Erde bedeckt. Wie schaffe ich optimale Bedingungen für die Vorkulturen? Tomaten, Paprika, Stevia und Auberginen benöti- gen anfangs konstant hohe Temperaturen um 22 - 25°C zur Keimung, können aber, sobald die Pflänzchen sich entwickeln, ruhig etwas kühler stehen. Zu früh im Jahr sollte auch im War- men nicht ausgesät werden, denn es ist nicht genügend Tageslicht vorhanden. Die Keimlin- ge oder Pflänzchen würden „vergeilen“. Sie sind zu schwach und drohen umzufallen. Auch zu späte Aussaat führt nicht zum gewünschten Ergebnis. Die Sommerblumen blühen erst spät und die Gemüseernte wird nicht üppig aus- fallen. Beachten Sie bitte unbedingt die Aussaat- tipps auf der Rückseite aller Tüten, denn dort steht immer, wann der günstigste Aussaatzeitpunkt ist. Damit die Saat nicht austrocknet, bitte das Aussaatge- fäß mit Folie abdecken, um so einen Gewächshausef- fekt zu erzielen. Was sind Kaltkeimer? Arten wie Bärlauch, Waldmeister (und viele mehr- jährige Pflanzen) sind Kaltkeimer, die nur nach einem Kältereiz keimen können. Häufig keimen solche Pflanzen erst im folgenden Jahr, wenn sie spät ausge- sät wurden. Beachten Sie bitte immer die empfohle- nen Aussaattemperaturen auf jeder Tütenrückseite. Was muss ich bei Tomatenpflanzen beachten? Tomaten sollten nie direkt dem Regen ausgesetzt sein, sondern an einem warmen und geschützten, sonnigen Plätzchen, zum Beispiel vor einer Mauer in Südlage, in lockerer, nährstoffreicher Erde stehen, wo sie immer nur an den „Füßen“ Wasser bekom- men. In einem windgeschützten Gewächshaus sollte durch gelegentliches Schütteln der Pflanze die Selbst- bestäubung unterstützt werden, damit sie genügend Früchte ansetzt, da Insekten meist fehlen. Bei Toma- ten handelt es sich um Starkzehrer, d.h. Sie sollten regelmäßig düngen! Ab wann ist Direktsaat sinnvoll? Nach den Eisheiligen im Mai können alle, auch die frostempfindlichen Gewächse, direkt draußen aus- gesät werden. Im Spätsommer ist die beste Aus- saatzeit für Stauden und zweijährige Blumen, wie Stiefmütterchen und Hornveilchen. Die meisten Stauden sind Lichtkeimer, die Zahl der Dunkelkei- mer ist eher gering. Günstigster Aussaattermin ist meist, wenn der Samen auch in der Natur gereift ist. Da aber viele Staudensamen Kaltkeimer sind, keimt vieles erst nach einer Frostperiode im Winter. Wie kann ich meine Direktsaat schützen? Bei Direktsaat im Garten können Sie Ihre Beete mit Netzen oder Folien gegen Vogelfraß und Schne- cken schützen. Manchmal wundert man sich auch, dass Saatgut einfach verschwindet. Hier sind dann oft Mäuse oder Käfer am Werk, denen die Saat oder die jungen Keimlinge auch gut schmecken! Deshalb ist es oft ratsam, doch in Vorkultur auszusäen und später die jungen Keimlinge zu vereinzeln und vorsichtig auszupflanzen. Wie verlängere ich die Saison? Bis in den Herbst hinein können Sie alles ernten, was den Sommer über wachsen konnte. Radieschen kön- nen im September noch für die späte Ernte gesät werden! Gleiches gilt auch für Feldsalat, der dann im Winter geerntet werden kann. Vor dem ersten Frost können Sie Kräuter, wie Petersilie oder Schnittlauch ausgraben und eintopfen, damit Sie den ganzen Win- ter frische Kräuter auf der Fensterbank zur Verfü- gung haben. Wie lange ist mein Saatgut eigentlich haltbar und aussaatfähig? Saatgut ist ein lebendes Gut, das durch die unter- schiedlichen Umweltfaktoren beeinflusst wird. Wich- tig für die Aufbewahrung ist eine kühle und trockene Lagerung. Bei der Abfüllung werden die meisten Sor- ten daher in einer speziellen Keimschutzpackung ver- packt. Diese gewährleistet den optimalen Schutz des Saatgutes, vor allem gegen Feuchtigkeit. Während weder zu hohe noch zu tiefe Temperaturen die Keim- fähigkeit stark beeinflussen, ist es gerade die Feuchtig- keit, die das Saatgut dazu bringt, innerlich mit dem Keimungsprozess zu beginnen. Stoppt dann die Feuch- tigkeitszufuhr, stirbt der gerade beginnende Keimling schon im Saatkorn ab. Dies ist dann nicht von außen zu sehen, führt aber dazu, dass die Saat nicht aufgeht. Wir empfehlen daher, möglichst das ganze Saatgut im ersten Jahr aufzubrauchen. Sollten Sie dennoch Saatgut lagern wollen, achten Sie auf eine gleichblei- bende Temperatur und den Schutz vor Feuchtigkeit. Gerade in einem Keimschutzbeutel kann es vorkom- men, dass sich durch Temperaturunterschiede Kon- denswasser bildet, das dann die Keimfähigkeit nega- tiv beeinflusst. Bei einer hermetisch geschlossenen neuen Packung ist dies in der Regel nicht der Fall. Ungeöffnet ist solch eine Packung, je nach Art, bei richtiger Lagerung über mehrere Jahre haltbar. Das MHD ist auf jeder Tütenrückseite aufgedruckt. Oft ist Saatgut jedoch bis weit über diesen Zeitraum hin- aus aussaat- und keimfähig! Radieschen, Gurken oder Zucchini beispielsweise 4 bis 6, Tomaten sogar bis zu 8 Jahren! WICHTIG! Damit das Saatgut optimal keimen und sich die Säm- linge ausgezeichnet entwickeln können, sollte sowohl bei Vorkultur als auch bei der Direktsaat, auf ausreichende Bodenfeuchtigkeit geachtet wer- den. Dies ist besonders beim Auslegen von Saat- band, Saatteppich, Saatscheiben und Saat- platten wichtig! ut zu wissen!G

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