Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Gartenland Katalog

7 Der Begriff ist in aller Munde und junge Leute schwärmen davon. Urban Gardening ist eine Bewegung, die allerdings nur zu einem gewissen Teil mit Gärtnern zu tun hat. Es ist vielmehr der Protest einer Generation gegen die Tütensuppen-Mentalität: Alles ist vorgefertigt, aber keiner weiß, was wirklich drin ist. Es ist ein bisschen zu vergleichen mit der Bewegung der Grünen in ihren Gründerjahren. In den 1970ern lehn- ten sich junge Menschen gegen die Betonierung der Landschaft auf, gegen den Verlust von Natur und lebenswerter Umwelt. Das Motto Umweltschutz haben sich -zumindest vordergründig- mittlerweile alle Par- teien auf die Fahnen geschrieben. Aber ein Unbehagen ist geblieben. Die neue Protestbewegung heißt Urban Gardening, die in den Extre- men als Guerilla Gardening daher- kommt. Es ist eine sozial-politische Bewegung, die nach Ehrlichkeit, nach Wahrhaftigkeit, nach Selbstverwirkli- chung und Individualität strebt. Ihren Ausdruck findet diese Sehnsucht vor allem in urbanen Ballungsräumen - den Städten, indem Bürger öffent­ liche Plätze nach ihrem Geschmack ungefragt umgestalten. Es sind Men- schen, die sich nicht länger bevor- munden lassen und der Mangelwirt- schaft in Städten und Gemeinden nicht weiter zuschauen wollen. Es sind aber auch Menschen, die neugierig sind. Man will die Natur und deren Vielfalt , vor allem sein Essen wieder mit eige- nen Augen wachsen sehen, man will keine uniforme und sterile Industrie­ ware mehr, man will wieder Vertrauen haben in das, was man isst. Junge Men- schen sehnen sich nach neuer Sinnlich- keit. Das ist, meine ich, ein guter Trend. Friedlicher Protest und ein klares Signal nach außen. Urban Gardening Der Neue Trend Urban Gardening als eine gesellschaftliche Bewegung wird häufig inGesellschaft betrieben. Es bilden sich Gruppen Gleichgesinnter, dieentweder nachts in einer überfallartigen Aktion irgend einen Platzmit ein paar Blumen bepflanzen oder einfach nur ein paar Lehmkugel,in denen Blumensamen enthalten sind, auf ein Stück Brachland werfen,damit dort etwas Farbe hinkommt. Andererseits haben Geschäfts-tüchtige den Trend schnell erkannt und „vermarkten“ die Idee,indem sie „Events“ veranstalten und Geld für die Teilnahme einfor-dern. Das ist der falsche Weg. Der Schrei nach Freiheit darf nichtvermarktet und schon gar nicht gleich wieder reglementiert werden!Leben Sie ihre eigenen Ideen! Der goldene Mittelweg ist, entwederim Kreis der Familie, mit Nachbarn oder auch in einer größerenGruppe entspannt zu experimentieren. Leider ist viel Grundlagen-wissen verloren gegangen. Die Nachkriegsgenerationen haben imWirtschaftswunder geschwelgt. Man wollte es endlich einmal besserhaben. Dabei haben viele vergessen, dass unsere Großeltern imKrieg und kurz danach nur überlebt haben, weil sie das Knowhowbesessen hatten, Kartoffeln, Kohl, Gurken und was sonst nochEssbares anzubauen. Die Menschen damals waren viel gesünder undleistungsfähiger und haben auch viel gesünder gelebt. Auf dieseWerte besinnt man sich heute wieder, nur leider bedarf es großerAnstrengungen, das Wissensdefizit wieder auszugleichen. Diefolgenden Zeilen sollen mit Tipps und Tricks, aber auch wichtigenGrundlagen dazu beitragen, dass nicht Frust, sondern Lust dasVorhaben begleitet.

Seitenübersicht